Erinnerung an eine starke OMA – von Angelika –

Liebe Familie, liebe Freunde,

wenn ich heute hier stehe, fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden, denn Birgit war eine von uns. Eine Oma gegen Rechts.

Als ich im Herbst 2018 meine erste Veranstaltung für die Omas organisierte waren Yvonne und Reinhard und Peter dabei. Wir haben in der Folgezeit immer im Kuhtelier in Karben getroffen. Und bei einem der nächsten Treffen war Birgit dabei. Von Anfang an hat sie sich mit Herzblut eingebracht.

Sie hat die Omas ein Stück weit mitgeprägt. Sie war eine Kämpferin die für das, was ihr wichtig war, auf die Straße ging. Für Toleranz, Freiheit, Vielfalt und die Demokratie. Sie hat die Werte, die ihr wichtig sind immer verteidigt. Weil Werte, die man nicht verteidigt nichts wert sind.

Oft haben wir zusammen gelacht, wenn wir von früher erzählt haben, als wir bei großen Demos dabei waren und dass wir heute weder noch so schnell rennen könnten noch uns unter Zäunen durchquetschen oder auf Bäume klettern könnten. Der Rücken, die Knie und die Puste lassen das nicht mehr zu. Aber die Zivilcourage, die ist geblieben.

Birgit hat es verstanden an unseren Abenden im Kuhtelier die Omas wieder in die Spur zu bringen, wenn wir bei unseren Diskussionen vom Holz zum Stöckchen kamen. Wie gerne habe ich ihr die Leitung der Diskussion überlassen. Mit einem schelmischen Grinsen kam von ihr ein: So Omas jetzt ist gut. Jetzt reden wir wieder über unser Thema. Mehr hat es nicht gebraucht.

Sie war gerne dabei. Bei den Infoständen und den Mahnwachen. Sie hat sich gerne eingesetzt: Für die Freiheit der Frauen im Iran, für Vielfalt und queere Menschen, gegen Fake News und den Rechtsruck in unserem Land durch die AfD.
Sie hat zwar immer gesagt, dass sie nicht singen kann, aber wenn es darauf ankam laut mitgesungen, z.B. bei dem Gegenprotest gegen die AfD in Friedberg, als wir aufgrund der Corona Maßnahmen weit weg vom Geschehen stehen mussten. Wir Omas waren mit unseren Besen gekommen um den blau, braunen Müll wegzukehren. Sie hat mit Stolz den Teppichklopfer der Omas getragen. Und sie hat sich gerne eingebracht, mit Ideen, Vorschlägen und als Vertreterin der Omas gegen Rechts bei Demokratie Leben.

Ihre Krankheit hat sie zunehmend eingeschränkt. Sie konnte nicht mehr so aktiv bei den Omas teilnehmen wie sie das gerne wollte. Trotzdem hat sie bei der Trommelgruppe mitgemacht und kam mit Begeisterung zu den Übungsstunden. Immer solange sie es konnte. Das hält mich aufrecht, hat sie gesagt.

Mit ihrem Optimismus, den sie trotz allem nicht verloren hatte, mit ihrem starken Willen, ihrem so charmanten Lachen und mit ihrem Sinn für die Dinge, die ihr wichtig waren, hat sie sich bis zum Schluss bei den Omas eingebracht
Und sie wollte so gerne eine „richtige Oma sein“ Es war ihr größtes Glück, dass ihr das noch vergönnt war.

Sie hat Spuren hinterlassen – nicht nur bei mir, sondern bei allen Omas. Ihr Mut, ihre Wärme, ihre unerschütterliche Freundlichkeit – all das lebt in uns weiter.

Vielleicht ist das der Trost, den wir heute finden können: Wenn wir an sie denken, denken wir an ihre positive Ausstrahlung.

Heute nehmen wir Abschied, aber wir haben die Erinnerung an eine schöne Zeit mit Birgit
Und wenn wir eines Tages wieder an sie denken, möge es nicht nur Schmerz sein, sondern auch Dankbarkeit – dafür, dass wir sie kennen durften.

Liebe Birgit, wir sind dankbar. Für Dein Lachen, Deine Freundschaft und Deinen Mut.
Du wirst immer eine von uns sein, eine Oma gegen Rechts